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Pressespiegel der KUG (01.10. - 10.10.2010) Seite 14

Pressespiegel der KUG (01.10. - 10.10.2010) Seite 4 + 11

Pressespiegel der KUG (01.05. - 09.05.2010) Seite 12 und 13

Digital Production, DP Karriere, Magazin für Postproduktion & Visualisierung, Sonderausgabe 01/10, Ausgabennummer 10001, 14. Jahrgang

Österreichische MUSIKZEITschrift, Wege elektronischer Musik, Oktober 2009

Pressespiegel der KUG (15.03. – 21.03.2010) Seite 8 und 9

Pressespiegel der KUG (14.12. - 31.12.2009) Seite 12.

Pressespiegel der KUG (01.11.- 08.11.2009) Seite 30.

Pressespiegel der KUG (01.11.- 08.11.2009) ab Seite 3

Österreichische MUSIKZEITschrift, Wege elektronischer Musik, Oktober 2009

Kleine Zeitung Uni, Oktober 2009

Kronen Zeitung, 2. Oktober 2009

Kleine Zeitung, 2. Oktober 2009

Kleine Zeitung, 4. Oktober 2009

Der Standard, 3. August 2009

ORF Steiermark, 20. Juli 2009

Graz wird Tanz- und Bühnenwerkstatt

Bei der Grazer Bühnenwerkstatt tauschen sich seit Jahren internationale Choreographen und Tänzer über neue Methoden aus. Zudem geht im Juli das internationale Tanztheaterfestival im Theater im Palais über die Bühne.

Kooperation mit dem Institut für Elektronische Musik.

"Lebensraum" verbindet Musik und Tanz

Für das Tanztheaterfestival entwickelt die Bühnenwerkstatt gerade das Projekt "Lebensraum", das in Kooperation mit dem Institut für Elektronische Musik entsteht und den Tanz mit zeitgenössischen Kompositionen zu vereinen versucht.

Klangmaterial am Computer neu komponiert

Für die musikalischen Räume wurde zunächst unterschiedliches Klangmaterial aufgenommen, das dann am Computer neu komponiert wurde, schildert Gerhard Nierhaus vom Institut für Elektroakustik.

"Das konnten Dinge sein wie einzelne Wassertropfen oder Schritte am Sandstrand in Kroatien oder Aufnahmen eines Tieres oder von bestimmten Aspekten von Stimmen - also eine sehr große Bandbreite an verschiedenen Möglichkeiten und die jungen Kolleginnen und Kollegen haben dann weiters Details aus diesen Klängen herausgearbeitet, um ihre - zum Teil aufwändig entstandenen Kompositionen - damit zu strukturieren", so Nierhaus.

Klangkompositionen sind Ausgangspunkt für Tänzer.

"Die Emotionalität ist neu" Diese Klangkompositionen sind der Ausgangspunkt für die Tänzer, sagt die Leiterin der Bühnenwerkstatt, Ursula Gigler-Gausterer: "Was für uns neu ist: Die Emotionalität, die einerseits in der heutigen Gesellschaft übertrieben wird, oder extrem untertrieben wird - genau dem wollen wir auf den Weg gehen. Wir geben unseren Tänzern detaillierte Informationen und die Geschichten entstehen über die Strukturen."

"Tanz ist Allheilmittel gegen alles"

Schließlich gebe es viele Wege den Tanz neu zu entdecken, der überhaupt ein Allheilmittel gegen alles sei, ist Gigler-Gausterer überzeugt. Daher sind viele der Kurse für jeden offen. Neu ist heuer z.B. Flying low. "Flying low bedeutet mit allen Ebenen zu arbeiten - das ist eine Tanzform, sich im Raum frei zu bewegen."

Frey Faust bringt jedermann zum Tanzen

Es gibt aber auch Tango und, so Gigler-Gausterer, eine Klasse mit Frey Faust: "Das ist ein international hochrenommierter Künstler, der hier eine Technik für jedermann bringt. Er schafft es wirklich, in seiner dreistündigen Klasse Tanz für jedermann, aber auch Tanz für den Profi zu gestalten."

Gruppen aus Russland, Uganda, Venezuela

Die Internationale Bühnenwerkstatt und das Internationale Tanzfestival finden vom 12. bis 23. Juli statt u.a. gastieren heuer das Do-Theatre aus St. Petersburg, Chandiru Mawa Straub aus Unganda oder Cruz Isael Mata aus Venezuela.

Bühnenwerkstatt und Tanztheatervestival Graz

ORF Steiermark

Copyright ORF Steiermark

Kronen Zeitung, 20. Juli 2009

Kleine Zeitung, 20. Juli 2009

Kleine Zeitung Uni, Juni 2009

Grazer Woche, 10. März 2002

Korso, Dezember 2008

austria innovativ 01/2002

Kleine Zeitung Uni, Dezember 2007

Weekend Magazin, 19.10.2008

Salzburger Nachrichten, Online Ausgabe, 22. Jänner 2009, apa

http://www.salzburg.com/

Olga Neuwirths Oper "Lost Highway" ausgezeichnet

Die 2003 von der Österreicherin Olga Neuwirth nach dem Film von David Lynch komponierte Oper "Lost Highway" ist in London ausgezeichnet worden. Eine von Diane Paulus inszenierte und von Baldur Brönnimann dirigierte Produktion der English National Opera im Young Vic hat den "South Bank Show Award" in der Opernkategorie gewonnen - gemeinsam mit "Punch and Judy" in der Inszenierung von Daniel Kramer. Die am Dienstag im Dorchester Hotel abgehaltene Preis-Zeremonie wurde aufgezeichnet und wird am 28. Jänner im britischen Sender ITV 1 ausgestrahlt. Wenige Tage später, am 8. Februar, hat Neuwirths nächste Arbeit in Berlin Premiere: Die 40-jährige Grazerin hat die Filmmusik zu Michael Glawoggers Verfilmung des Romans "Das Vaterspiel" von Josef Haslinger geschrieben. Die Zusammenarbeit mit Olga Neuwirth habe "durch ihre Rhythmusvorgabe den Film sehr stark geprägt", schilderte der Regisseur kürzlich in einem Interview mit den "Austrian Film Commission News".

Der Standard, Online Ausgabe 23.01.2009 12:53

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Auszeichnung für Olga Neuwirth-Oper "Lost Highway" erhält den "South Bank Show Award" London/Berlin - Die 2003 von der Österreicherin Olga Neuwirth nach dem Film von David Lynch komponierte Oper "Lost Highway" ist in London ausgezeichnet worden. Eine von Diane Paulus inszenierte und von Baldur Brönnimann dirigierte Produktion der English National Opera im Young Vic hat den "South Bank Show Award" in der Opernkategorie gewonnen - gemeinsam mit "Punch and Judy" in der Inszenierung von Daniel Kramer. Die am Dienstag im Dorchester Hotel abgehaltene Preis-Zeremonie wurde aufgezeichnet und wird am 28. Jänner im britischen Sender ITV 1 ausgestrahlt. Wenige Tage später, am 8. Februar, hat Neuwirths nächste Arbeit in Berlin Premiere: Die 40-jährige Grazerin hat die Filmmusik zu Michael Glawoggers Verfilmung des Romans "Das Vaterspiel" von Josef Haslinger geschrieben. Die Zusammenarbeit mit Olga Neuwirth habe "durch ihre Rhythmusvorgabe den Film sehr stark geprägt", schilderte der Regisseur kürzlich in einem Interview mit den "Austrian Film Commission News". (APA)

Kleine Zeitung, Onlineausgabe vom 22.01.2009

http://www.kleinezeitung.at/

Olga Neuwirths Oper "Lost Highway" ausgezeichnet

Die 2003 von der Österreicherin Olga Neuwirth nach dem Film von David Lynch komponierte Oper "Lost Highway" ist in London ausgezeichnet worden. Eine von Diane Paulus inszenierte und von Baldur Brönnimann dirigierte Produktion der English National Opera im Young Vic hat den "South Bank Show Award" in der Opernkategorie gewonnen - gemeinsam mit "Punch and Judy" in der Inszenierung von Daniel Kramer. Die am Dienstag im Dorchester Hotel abgehaltene Preis-Zeremonie wurde aufgezeichnet und wird am 28. Jänner im britischen Sender ITV 1 ausgestrahlt. Wenige Tage später, am 8. Februar, hat Neuwirths nächste Arbeit in Berlin Premiere: Die 40-jährige Grazerin hat die Filmmusik zu Michael Glawoggers Verfilmung des Romans "Das Vaterspiel" von Josef Haslinger geschrieben. Die Zusammenarbeit mit Olga Neuwirth habe "durch ihre Rhythmusvorgabe den Film sehr stark geprägt", schilderte der Regisseur kürzlich in einem Interview mit den "Austrian Film Commission News". Quelle: APA

ORF Online

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Olga Neuwirths Oper "Lost Highway" ausgezeichnet

Die 2003 von der Österreicherin Olga Neuwirth nach dem Film von David Lynch komponierte Oper "Lost Highway" ist in London ausgezeichnet worden. Eine von Diane Paulus inszenierte und von Baldur Brönnimann dirigierte Produktion der English National Opera (ENO) im Young Vic gewann den South Bank Show Award in der Opernkategorie - gemeinsam mit "Punch and Judy" in der Inszenierung von Daniel Kramer. Die am Dienstag im Dorchester Hotel abgehaltene Preiszeremonie wurde aufgezeichnet und wird am 28. Jänner im britischen Sender ITV 1 ausgestrahlt.

steiermark ORF.at Wissen

Musik zur Rehabilitation

Rehabilitation soll Spaß machen - in diesem Sinn entwickeln Forscher der Kunstuni Graz derzeit ein neues Therapiekonzept. Dabei werden Bewegungen in Klänge umgesetzt - zur Motivation und auch zur Warnung.

"Wir arbeiten auch mit Geschichten. Das heißt, man hört eine Geschichte nur dann richtig zu Ende, wenn die Bewegung richtig ausgeführt wird", sagt Katharina Vogt von der Kunstuni Graz.

Korrekte Übung - ungestörte Musik

So könnte Rehabilitation in Zukunft aussehen: Musik begleitet die Übungen, und Kameras überwachen die richtige Ausführung. Macht der Patient Fehler, dann erfährt er das durch Geräusche - es knarrt oder rumpelt, oder die Musik stoppt. Nur wenn die Übung korrekt ausgeführt wird, kann der Patient die Musik ungestört genießen.

Derzeit ist das Projekt noch in der Testphase, sagt David Pirró von der Kunstuni: "Wir versuchen zu verstehen, wie sich das anfühlt, wie sich das anhört, und wir versuchen, unser Programm zu den therapeutischen Angaben zu adaptieren".

Viel Spaß und Motivation

Therapeuten sind sich aber schon jetzt sicher, dass das Projekt den Patienten viel Spaß und Motivation bringen wird: "Diese neue Therapieform bietet dem Patienten die Möglichkeit, die Bewegungsausführung selbstständig zu kontrollieren, da er die Information direkt bekommt", sagt Ingo Kobenz, Therapieleiter am orthopädischen Krankenhaus in Frohnleiten.

"Ideen, die geh'n" Die Wissenschaftsserie "Ideen, die geh'n" läuft jeden Dienstag in "Steiermark heute" um 19.00 Uhr in ORF2.

Link Kunstuni Graz

steiermark.orf.at, 6.11.2008

Wir hören nicht nur mit dem Ohr: Am Grazer Institut für Elektronische Musik und Akustik erforschen Wissenschafter mit Tänzern Zusammenhänge zwischen Körpergefühl und musikalischem Ausdruck.

Gesehene, gehörte und gespürte Bewegung

Seit September 2007 läuft am Institut für Elektronische Musik und Akustik der Grazer Kunstuniversität das FWF-Projekt "embodied generative music". Dabei handelt es sich um den Versuch, das Zusammenspiel von gesehener, gehörter und gespürter Bewegung zu erkunden.

Nicht nur mit dem Ohr hören

"Die Haupthypothese war es, dass wir nicht nur mit dem Ohr hören", so Deniz Peters, verantwortlich für Forschung und Koordination des Projekts. "Eigentlich hören wir mit unserem ganzen Leibgefühl", so Peters. Er ist überzeugt, dass unseren alltäglichen Erfahrungen mit der Klanglichkeit von Körperbewegungen und Berührungen in das Hören von Musik mit einfließen.

TänzerInnen aus der ganzen Welt sind zu Gast in Graz.

Musik durch Bewegung

TänzerInnen und ChoreographInnen von Österreich bis China kommen für das Projekt "embodied generative music" nach Graz, um im "ästhetischen Labor" mithilfe ihrer Bewegung Musik zu erzeugen.

Gesten, Drehungen, Spannungen und kleinste Bewegungen lassen Klang im Raum entstehen. Dies geschieht mittels Bewegungserfassungstechnologie: "Wir versuchen den Körper in die Erzeugung elektronischer Musik einzuholen", so Peters.

Komposition durch Bewegung

Auch für die Tänzer und Choreographen ist dies eine einzigartige Erfahrung. Obwohl sie "keine Instrumentalisten" sind, erzeugen sie spontan mit ihren Bewegungen musikalische Strukturen, beispielsweise Motive, die sich – wie in der klassischen Musik – wiederholen und variieren.

Ein eigener Forschungszweig soll entstehen.

Körpergefühl für Klang

Für das Projektteam - bestehend aus dem Projektleiter Gerhard Eckel, Deniz Peters und David Pirrò - sind das bereits erste Erkenntnisse. "Heute sagen wir, es muss so etwas wie ein Körpergefühl für klangliche Verläufe geben", verrät Deniz Peters.

In dieser Art der Forschung, die wissenschaftliches Vorgehen mit künstlerischem verbindet, sieht der Musikwissenschafter großes Potential. Er kann sich vorstellen, dass daraus sogar ein eigener Forschungszweig entstehen könnte.

Embodied Generative Music

Kunstuniversität Graz

FH Joanneum In Zusammenarbeit mit der FH Joanneum - Journalismus und Unternehmenskommunikation und den steirischen Universitäten.

(c) steiermark.orf.at

Karl Franzens Universität, Sonenvir, ORF Steiermark, krone.at, September 2008

Ob Misstöne oder Lob in den höchsten Tönen, der Wahlkampf lässt von sich hören. Aber auch Wahlergebnisse können zum Klingen gebracht werden. So geschehen im Rahmen des Forschungsprojekts „SonEnvir“, in dem ForscherInnen der Karl-Franzens-Universität und der Kunst-Universität Graz die Ergebnisse der letzten steirischen Landtagswahlen „vertont“ haben.

„Ziel des Projekts war es, wissenschaftliche Daten in Klänge umzusetzen, um sie dadurch besser darstellen und analysieren zu können“, erklärt Mag. Christian Dayé vom Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz. Unter der Leitung von Ao.Univ.-Prof. Dr. Christian Fleck hat der junge Forscher an der Sonifikation – so der Fachausdruck – der Wahlergebnisse gearbeitet. Dabei wurden die Daten nicht nur auf der Ebene der 17 steirischen Bezirke dargestellt, sondern auch alle 543 Gemeinden einzeln ausgewertet. Projektpartner war das Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunst-Uni Graz.

Diese Sonifikation – genannt „Wahlgesänge“ – ist ein Computerprogramm. Auf dem Bildschirm ist die Landkarte der Steiermark zu sehen. Nun kann an einem beliebigen Ort per Mausklick die Sonifikation gestartet werden. „Von dort breitet sich ein wachsender Kreis über die Landkarte aus – vergleichbar mit einem Stein, den man in einen See wirft und der dann eine kreisförmige Welle verursacht“, beschreibt Dayé den Vorgang. „Wenn diese Welle eine Gemeinde passiert, erklingt ein Ton. Je höher der Ton, umso größer ist der Stimmenanteil der jeweiligen Partei in dieser Gemeinde.“

Was auf den ersten Blick als Spielerei erscheinen mag, eröffnet der Wissenschaft tatsächlich aber neue Möglichkeiten. „Die Verbindung von visueller und auditiver Informationsvermittlung erlaubt eine viel schnellere und eindrücklichere Erfassung der in den Daten enthaltenen Information als das der Fall ist, wenn man unzählige Seiten voller Zahlen vor sich hat“, nennt Dayé einen wesentlichen Vorteil. „Forschen ist ein Prozess des Suchens, und je spannender sich die Suche gestaltet, desto länger und interessierter sucht man“, weiß der Soziologe. Darüber hinaus hat sich das Tool als sehr effizientes Mittel der Ausreißeranalyse erwiesen. Denn durch die akustische Darstellung treten Ergebnisse, die stark vom Durchschnitt abweichen, durch besonders tiefe oder hohe Töne deutlich hervor.

Die „Wahlgesänge“ waren nur eines der zahlreichen Teilprojekte von SonEnvir. An dem gesamten vom steirischen Zukunftsfonds geförderten Vorhaben beteiligten sich WissenschafterInnen aller vier Grazer Universitäten, um Sonifikation und ihre Anwendungen in verschiedenen Disziplinen zu erforschen. „Die Darstellung von komplexen Daten über Klang ermöglicht die gleichzeitige Abbildung vieler Dimensionen einer statistischen Erhebung. Und hat man einmal gelernt, genau hinzuhören, lässt sich der im Laufe der Wissenschaftsentwicklung konsequent vernachlässigte Gehörsinn sehr gut nutzen“, unterstreicht Christian Dayé.

Gudrun Pichler

(c) Karl Franzens Universität

Sonenvir

ORF Steiermark

krone.at

Die Presse, 21. Oktober 2008

JULIA SCHÖLLAUF

Während Bilddarstellungen von Messdaten auf drei Dimensionen beschränkt sind, kann unser Ohr viele Parameter gleichzeitig wahrnehmen.

Haben Sie schon gehört, wie Österreich gewählt hat? Diese Frage nimmt man am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz wörtlich. Die Wahlergebnisse lassen sich nicht nur in Säulen- und Tortendiagrammen darstellen, man kann sie auch anhören. Und zwar mithilfe von Sonifikation, mit der sich ein interdisziplinäres Forscherteam am IEM beschäftigt.

Das Ohr ist ein sehr genaues Messinstrument und in der Lage, wesentlich mehr Parameter gleichzeitig wahrzunehmen, als es das Auge kann. Diesen Vorteil macht man sich zunutze, um Informationen in Daten zu finden, die sich durch Visualisierung nicht so leicht erschließen lassen. Indem man Datenstrukturen in nichtsprachliche, hörbare Signale transformiert, können Zusammenhänge erfasst werden. Der Begriff der "Sonifikation" wurde 1992 von Gregory Kramer geprägt, und seit einigen Jahren beschäftigt man sich in Graz mit dieser Methode, die für viele Bereiche anwendbar ist. Im Rahmen des Projekts SonEnvir (Sonification Environment), das von 2005 bis 2007 lief und vom steirischen Zukunftsfonds gefördert wurde, arbeiteten alle vier Grazer Universitäten zusammen. Dadurch wurden sehr verschiedene Datenstrukturen hörbar gemacht.

Am direkten Weg ist dies möglich, wenn die Daten eine Zeitreihe sind, wie es beispielsweise bei EEG-Daten, der Messung von Gehirnströmen, der Fall ist. Diese Methode wird Audifikation genannt. An der Universitätsklinik für Neurologie des Grazer Landeskrankenhauses werden routinemäßig oft EEGs von über zwölf Stunden Dauer gemacht, die optisch aufgezeichnet werden. Eine Durchsicht dauert entsprechend lang und ist sehr anspruchsvoll. Diese Diagramme lassen sich direkt in akustische Wellen transformieren. "Wenn man sich das anhört, ist man in fünf Minuten fertig", erzählt die Forscherin Katharina Vogt.

Ist die direkte Übertragung nicht möglich, bedient man sich des sogenannten Parameter Mappings. Dabei werden bestimmten Datendimensionen Klangparameter wie Tonhöhe, Lautstärke, Rhythmus oder Klangfarbe zugeordnet, wodurch Strukturen hörbar werden. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Landschaften darstellen – und Wahlergebnisse.

Nicht immer geht es jedoch so anschaulich zu. Auch abstrakte Daten kann man sonifizieren. Was schon im Rahmen von SonEnvir begonnen wurde, findet nun seine Fortsetzung in einem vom Translation Research Program geförderten Projekt des FWF: Mithilfe von Sonifikation werden Daten aus der Gitter-Quantenchromodynamik (QCD) des Instituts für Physik der Universität Graz analysiert.

Die QCD ist die Theorie der kleinsten bekannten Elementarteilchen – der Quarks und Gluonen. Die dabei verwendeten vierdimensionalen Datensets lassen sich nur unzureichend visualisieren, da das Auge auf zwei bis drei Dimensionen beschränkt ist. Wenn man jedoch die Gitterpunkte in Klänge verwandelt und so durch das Objekt geht, nimmt das Ohr immer alle Nachbarpunkte gleichzeitig wahr, was das Auge nicht kann. "Im Zeitverlauf fällt alles auf", erklärt Vogt.

Ein geschultes Ohr ist allerdings notwendig, um aus den piepsenden und grummelnden Klängen, die tatsächlich öfter an die Gesänge der Wale erinnern, Unterschiede herauszuhören – was der Hobby-Musikerin Vogt nicht schwerfällt. Und auch, wenn manche Forscher diese Methode kritisch betrachten – "Es ist doch viel spannender, neue Wege zu probieren, um Zusammenhänge zu erkennen", findet Vogt.

Was haben also die Wahlergebnisse und die Daten aus der theoretischen Physik gemeinsam? Sie können manchmal ähnlich klingen.

AUF EINEN BLICK

Sonifikation ist eine Methode, um in Daten Informationen zu finden, die durch Visualisierung nicht leicht erkennbar sind. Dabei werden Datenstrukturen in nicht-sprachliche hörbare Signale umgewandelt.

In Graz arbeiteten alle vier Universitäten an dem Projekt "SonEnvir" (Sonification Environment) mit.

(c) ("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2008)

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Der Standard, 13. Oktober 2008

Christine Gaigg und das Nature Theater of Oklahoma beim steirischen herbst

Graz - Im Zentrum eines Konzertabends beim Musikprotokoll im steirischen herbst zeigten die Choreografin Christine Gaigg, der Komponist Bernhard Lang und die Tänzerin Veronika Zott die Uraufführung ihres exzellenten Stücks V-Trike.

Nach einem klangvoluminösen Trompetenorchesterprojekt von Franz Hautzinger, Gomberg II Profile mit ausdifferenzierten Strukturen, Fältelungen und Bögen, und vor der überaus zarten, meditativen Improvisation Los Glissandos meets AMM plus special guest Burkhard Stangl setzten die drei Österreicher einen markanten Bewegungs-Sound-Livefilm-Act. Zott, mit der Gaigg nun bereits zum wiederholten Mal zusammenarbeitet, ist eine der ganz seltenen Tänzerinnen, die eine eigene, unverwechselbare Körpersprache entwickelt haben. Die experimentierfreudige Choreografin und den renommierten Musiker verbindet eine weit entwickelte Kooperationsgeschichte.

V-Trike ist trotz seiner konzisen Fassung von nur einer halben Stunde eine Arbeit geworden, die das Verhältnis von Bild, Performance und Ton auf eine neue, überraschende Ebene heben. Die Tänzerin bewegt sich auf einer klangerzeugenden Platte, während ihr Körper in einer Mischung aus vorab und live aufgenommenen Bildern auf eine Leinwand projiziert wird. Gaigg selbst sitzt in der Nähe der Tänzerin als Regie führende Beobachterin auf der Bühne und mischt die Bilder ab.

Es geht um Kontrolle, Hierarchiefragen, Dominanzverhältnisse. Was an der Oberfläche formal und radikal reduziert klingt und aussieht, ist also in Wirklichkeit eine hervorragend gedachte und umgesetzte Analyse von Machtverteilungen. Das Publikum im vollbesetzten Dom im Berg war begeistert.

Leichte, gewitzte Kost

Auch die gehypte New Yorker Performancegruppe Nature Theater of Oklahoma erntete mit ihrem 2006 entstandenen Stück Poetics: A Ballet Brut im Grazer Schauspielhaus viel Applaus.

Das Regieduo Kelly Copper und Pavol Liska befriedigt eine europäische Sehnsucht nach leichter, gewitzter Kost. Nachdem jenseits des Atlantiks der zeitgenössische Tanz bereits in den 1990ern einen Mega-Crash hatte, von dem er sich aus Mangel an Ressourcen nicht mehr erholte, tauchen nun in der Off-Szene des Big Apple wieder interessantere Positionen auf. Nach der wilden Choreografin Ann Liv Young erobert jetzt auch das Nature Theater of Oklahoma die österreichischen Bühnen. Das Tanzquartier Wien zeigte im Frühling eine Uraufführung mit dem Titel Chorégraphie, und der steirische herbst hat die Gruppe bereits zum zweiten Mal eingeladen.

Während sich Chorégraphie als Erniedrigungsspiel gegenüber den Gasttänzern im Stück selbst deklassierte, gingen Copper und Liska bei ihren Poetics noch mit mehr Tiefgang vor. Darin zeigen sie aus Sicht des Theaters, wie die Körperbewegung zur Fuchtelei flachgebügelt werden kann. So setzen sie mit ironischer Geste ein Zeichen gegen ästhetisierende Spektakelhaftigkeit und Selbstverliebtheit im Tanz. Nur: das haben die konzeptuellen Strömungen in der europäischen Choreografie allerdings schon vor zehn Jahren wesentlich besser und integrer getan.

Die Oklahomas operieren mit dem Motiv des Tanzens als Instrument zur Darstellung körperlicher Eklats ähnlich wie die französisch- österreichische Gruppe Superamas. Doch Superamas' künstlerische Konzeptionen und Umsetzungen sind wesentlich intelligenter und kompromissloser.

Trotzdem ist Poetics eine nette, heitere Arbeit, in der das amerikanische Talent für Kabarett und Klamauk auf vergnügliche Art zum Ausdruck kommt. Ein richtiger Systemverstärker also für jene neoliberale Kunst, in der alles Kritische so hübsch verpackt wird, dass es nicht wehtut. (Helmut Ploebst/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. 10. 2008)

(c) DER STANDARD

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Kleine Zeitung, 12. Oktober 2008

Drei durchwegs reizvolle Veranstaltungen des "musikprotokolls" waren am Samstag im Dom im Berg zu erleben. Franz Hautzinger präsentierte am Samstag mit sechs weiteren Trompetern und zwei Tubaspielern die weiträumige Klangflächenmusik "Gomberg II": Bei reduzierter Stimmzahl und zurückgefahrener Elektronik konnte man als Hörer ihre innere Fluktuation aufschlussreich in Einzelschichten auflösen. Eine Clarintrompete wurde - nomen est omen - teilweise mit Klarinettenmundstück gespielt!

"V-Trike". Die Tänzerin Veronika Zott rang im Projekt "V-Trike" von Bernhard Lang und der Choreographin Christine Gaigg um die Konturen ihres Körpers. Sie erschien nämlich auf einer Videoleinwand verdoppelt und - quasi kontrapunktisch - in verzögerten Bewegungen geführt, mit denen sie sich manchmal zur Deckung bringen wollte. Mechanisch wiederholte Tanzbewegungen und Bewegungsschleifen auf der Leinwand waren ein Hauptelement, klanglicher Rhythmus entstand nur durch die verstärkten Schritte der Tänzerin selbst.

Subtilste Klangableitungen. Das traditionsreiche englische Improvisationsensemble AMM, Los Glissandinos und Burkhard Stangl trafen sich zu einer höchst disziplinierenden Session. Von einem geriebenen Gong ausgehend wurden hier subtilste Klangableitungen zelebriert, die Mezzoforte-Lautstärke nie überschritten. HERBERT SCHRANZ

(C) Kleine Zeitung

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Korso, 7. Juli 2008

Der Bau des MUMUTH, des Hauses für Musik und Musiktheater der Kunstuniversität Graz (KUG), geht in die Endphase: Am 13. August wird das Gebäude vom Bauherrn, der Bundesimmobiliengesellschaft, an die KUG übergeben. Nach Baubeginn im März 2006 wird das 18 Millionen Euro Projekt im Herbst 2008 von der KUG eingerichtet und am 1. März 2009 mit W.A. Mozarts „Die Zauberflöte“ und einem „Fest für Otto Kolleritsch“ feierlich eröffnet.

Geplant wurde das MUMUTH vom renommierten holländischen Architekturbüro UNStudio von Ben van Berkel, der im Gebäude auf eindrucksvolle Weise die Beziehung von Musik und Architektur zum Ausdruck bringt. Nach einer Baustellenführung sprach Katharina Dilena für KORSO mit KUG-Vizerektor für Kunst und Wissenschaft Robert Höldrich über diese Wundermaschine.

Wie sieht das Raumprogramm des MUMUTH aus? Das Kernstück des MUMUTH ist der Saal selbst. Wir haben zwar mit dem Opernproberaum und dem Orchesterproberaum noch zwei hochqualitative Möglichkeiten, auch für Veranstaltungen, und auch das Foyer ist spektakulär. Außerdem ist im Gebäude auch das Institut für Musiktheater untergebracht mit Garberoben, Nebenräumen, Repetitionszimmern, Einspielzimmern etc., aber das Herzstück ist der Saal mit seinen 600 m2.

Noch ist ja nur die rohe Betonkonstruktion zu sehen. Man hört aber, dass das MUMUTH auch was die technische Ausstattung anbelangt, alle Stücke spielen soll. Ja, das stimmt. Vielleicht spreche ich zuerst über die technischen Details, die hoffentlich für das Publikum nicht spürbar werden, aber wären sie nicht da, sich sehr unangenehm bemerkbar machen würden. Wir haben ein Gebäude im städtischen Umfeld. Es galt also, einen optimalen Schallschutz nach außen hin aber auch zwischen den einzelnen Räumen zustande zu bringen. Gleichzeitig ist es wichtig, im Publikumsraum Behaglichkeit zu schaffen. Dazu braucht man nicht nur genügend Luftvolumen, sondern man muss auch mit Lüftung, Kühlung, Befeuchtung und Entfeuchtung ein angenehmes Raumklima herstellen. Das ist technisch eine ziemliche Herausforderung, noch dazu, da dieser Raum für höchst qualitative Aufnahmen genutzt werden soll. Es war also notwendig, dass die Lüftung so leise ist, dass wir auch wenn wir ein ganz leises Stück von Luigi Nono, etwa das Streichquartett „An Diotima“, das im sechsfachen Pianissimo dahinspielt, aufnehmen wollen, keine Störung durch die Technik haben. Meterlange Schalldämpfer verhindern, dass man das Turbinengeräuscht im Saal hört.

Wie sieht es mit der Akustik aus?

Die Betonwände werden mit einer Dreifachschichtung von MDF-Platten verkleidet, in die in jede Schicht die Muster, die man auch auf der Fassade sieht und die an Noten erinnern, hinein geschnitten sind, sodass eine bis zu 15 Zentimeter tiefe Struktur entsteht. Warum brauchen wir das? Erstens ist es eine optische Entsprechung zur Fassade, aber das Wichtige ist: Man braucht diese große Strukturtiefe, um eine möglichst diffuse Raumakustik, ein diffuses Schallfeld zu haben, in das sich der Zuhörer wie eingehüllt vorkommt. Damit ist eine Grundraumakustik, ein Grundklang eingestellt, der für die trockensten, also für die sehr wenig Nachhall erfordernden Anwendungen passt.

Der Saal soll aber eine Eier legende Wollmilchsau sein. D.h. wir wollen ja vom Musiktheater, wo sehr hohe Sprachverständlichkeit und eine kurze Nachhallzeit notwendig sind, bis zum großen symphonisches Programm aus der Spätromantik und dem 20 Jahrhundert, wo deutlich höhere Nachhallzeiten als geeignet gelten, alles zeigen. Hier gibt es drei Möglichkeiten: Entweder man baut den Saal so, dass er irgendwo in der Mitte liegt und für nichts so recht passt. Die zweite Möglichkeit ist ein System, wie es in vielen Sälen der Welt Verwendung findet: Mit schwenkbaren Paneelen, die auf der einen Seite absorbierend und auf der anderen Seite reflektierend sind und die je nach Bedarf eingestellt werden können. Nachteil der Situation oder übliche Praxis ist, dass man da zwei Monate ein bissel herumprobiert und dann findet man eine Einstellung, und die wird nie mehr geändert, weil die Personalkosten dafür einfach zu teuer sind.

Das ist für uns der wesentliche Punkt: Unser Haus ist extrem eng budgetiert und zwar sowohl in den Baukosten als auch dann vor allem in den Betriebskosten. Wir haben nicht wie ein Opernhaus oder ein Theater eine komplette technische Mannschaft, sondern wir sind dort sehr eng aufgestellt, was es für uns zwingend notwendig macht, den Saal technisch so auszurüsten, dass man praktisch auf Knopfdruck die verschiedenen Anwendungsszenarien einstellen kann. Deshalb haben wir uns für eine elektronisch steuerbare variable Raumakustik entschieden, für die es nur ganz wenige Anbieter am Markt gibt. Durch den Forschungsaufenthalt eines unserer Dissertanten entstand der Kontakt zu einer Firma in Berkley und wir haben damit die Möglichkeit, diese Anlange zu installieren und sie nicht nur in den Standardanwendungen zu nutzen, sondern sie ist für uns ein offenes System, das jenseits seiner realistischen Möglichkeiten von uns wie ein Musikinstrument, ein Werkzeug genutzt werden kann.

Es wird natürlich noch sehr viel an Einstellarbeit nötig sein, um das System optimal dem physikalischen Raum anzupassen, denn Sie wollen ja die Tatsache, dass das elektronisch ist, nicht hören. Mit diesem System ist der Raum auf eine ganz natürliche Weise akustisch gestaltbar ohne dass Sie einen Lautsprecher sehen, obwohl die Anlage mit an die 60 Lautsprechern und 40 Mikrophonen arbeitet und einer großen Computermatrix im Hintergrund, die die Raumakustik rechnet. So kann eine Königin der Nacht auf einmal in einer Kathedrale singen, wohingegen die Szene davor noch wie auf der freien Wiese klingt.

Der Raum als Black Box soll aber nicht nur akustisch sonder auch physisch gestaltbar sein. Wie wird das erreicht?

Wenn wir von einem gestaltbaren Raum sprechen dann muss man auch vom Boden sprechen. Wir haben überlegt, ob wir eine Bühne einbauen. Damit haben Sie aber eine präferierte Spielrichtung und dann ist der Weg zur Guckkastenbühne nicht mehr weit. Das Team der Projektleitung am Haus – federführend dabei der Opernregisseur Christian Pöppelreiter – hat sich dagegen entschlossen und nach einem anderen Weg gesucht. Wenn wir keine Bühne haben, müssen wir trotzdem die Möglichkeit haben, den Raum topografisch zu gestalten. Da gibt es auch die übliche Variante, dass man mit 16 Bühnenarbeitern Podeste aufstellt. Undenkbar, denn dafür haben wir weder Geld noch Personal noch Zeit. Unser Raumkonzept sieht vor, dass wir fast täglich einen Wechsel von Symphonieorchester auf Kammermusik auf Oper auf eine Sponsion usw. haben werden. Deshalb haben wir uns als sicherlich teuerste Einzelinvestition für eine vollkommen szenisch (d.h. während der Vorstellung) verfahrbare, computergesteuerte Bühne entschieden. Sie füllt mit Ausnahme des Randbereichs den gesamten Saal aus. Man kann verschiedenen Topografien einspeichern und auf Knopfdruck fahren die Podeste in die neue Position. Am Rand sind bis zu drei Meter Höhe möglich, und man kann so von einer Art Arena oder einer zweiseitigen Situation bis zur Tribüne oder Bühne und zum völlig ebenen Raum alles machen. Natürlich ist dies auch mit unglaublichen sicherheitstechnischen Anforderungen verbunden.

Diese variable Bühnensituation macht doch sicher die Bühnentechnik zu einer Herausforderung? Das MUMUTH hat eine Rasterdecke. Das heißt man kann über dem gesamten Zuschauer- bzw. Bühnenraum herumgehen. So sind volle szenische Verfahrbarkeit und szenische Einsatzmöglichkeit gewährleistet.

Das Licht ist so steuerbar, dass unsere Studierenden die Vorstellungen fahren können. Deshalb ist es wichtig, dass die ganze technische Ausrüstung auf der einen Seite hochmodern ist, um den Studierenden in ihrer Ausbildung das zu geben, was sie in einem gut ausgestatteten Haus auch sehen und vorfinden, wenn sie in den Job gehen. Gleichzeitig muss es aber auch so einfach und leicht zu bedienen sein, dass man nicht 20 Jahre auf dem Ding gearbeitet haben muss, um überhaupt die Chance zu haben, gestalterisch zu wirken. Wir arbeiten mit einer Firma, die nicht nur Händler sondern auch Produzent ist, sehr gut zusammen. Ihr Entwicklungschef ist bei uns auch Lehrender im Bereich Beleuchtungstechnik. So haben wir die Chance, immer sehr kurzfristig die Prototypen aus der Lichttechnik einsetzen zu können.

Die Studierenden sind also in alle Bereiche der Produktion eingebunden?

Ja, gerade die Oper ist eine Querschnittskunstform, die vielerlei Input von vielen Seiten braucht. Natürlich sind die SängerInnen und InstrumentalistInnen Studierende, aber mittlerweile ist es auch so, dass die Dirigate nicht ausschließlich vom Professor oder der Professorin sondern von Studierenden gemacht werden und ebenso das Lightdesign und die Ausstattung; so auch im nächsten Jahr im Rahmen der MUMUTH-Eröffnungssaison bei der Oper „L‘Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“ von Hans Werner Henze.

Inwieweit wird das MUMUTH die Forschungsarbeit an der KUG beeinflussen?

Es gibt im Universitätsgesetz einen von den Kunstuniversitäten über viele Jahre monierten Ausdruck, den der Entwicklung und Erschließung der Künste, im Kunstbereich das Pendant zur wissenschaftlichen Forschung. Entwicklung und Erschließung der Künste meint, dass man mit künstlerischen Methoden versucht, so was wie Erkenntnisgewinn auf künstlerischer und nicht auf kognitiver Ebene zu erzielen. Projekte, die an der Schnittstelle zwischen Kunstproduktion, wissenschaftlicher Reflexion und dem Ausprobieren, dem Entwickeln neuer künstlerischer Ausdrucksformen stehen, sind das Kerngeschäft einer Kunstuniversität und wir verschreiben uns dem sehr stark. Dieses Gebäude soll sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für die Entwicklung und Erschließung der Künste dienen.

Wir haben mit dem IEM und dessen Vorstand Gerhard Eckel einen top Wissenschafter und einen Fachbereich, der in der Forschung und auch in der Kunstproduktion, in Jahrzehnte langer Tradition der Zusammenarbeit mit dem steirischen herbst, den Wiener Festwochen, den Salzburger Festspielen und anderen Veranstaltern immer wieder aufhorchen ließ. Gerhard Eckel hat es geschafft, in einem Ausschreibungsverfahren, das nach einer internationalen Begutachtung des FWF gefördert wird, zusätzliche Mittel nur für die wissenschaftliche Ausrüstung des MUMUTH zu bekommen.

Am IEM läuft derzeit ein Forschungsschwerpunkt, der sich um „Embodiment“ und die Verbindung von Körper und Kunst dreht. Ein aktuelles Forschungsprojekt arbeitet etwa mit Tanz und Musik, indem die Bewegung eines Tänzers oder einer Tänzerin direkt den Klang nicht nur steuert sondern generiert und dadurch eine Feedbackschleife formt, die es möglich macht, den Raum wirklich greifen zu können. Wir bauen nun im MUMUTH zusätzlich zur variablen Raumakustik eine Klangkuppel ein, wo 33 Lautsprecher computergesteuert heruntergefahren werden können. Diese dreidimensionale Kuppel wird mit einem Bewegungsdetektionssystem verbunden. Hier liegt die Schnittstelle zwischen rein wissenschaftlicher Forschung, die sehr stark experimentalpsychologisch, technologisch und zum Teil naturwissenschaftlich orientiert ist, und der künstlerischen Entwicklung. Für diese starke Verbindung und wechselseitige Befruchtung von Kunst und Wissenschaft ist das MUMUTH eine Plattform.

Werden durch das MUMUTH neue Stellen geschaffen, eine neue Professur?

Es muss auch neue Stellen geben. Man würde so ein Gebäude üblicher Weise mit 15 bis 22 Personen betreiben, wir bleiben deutlich unter der Hälfte.

Zur Professur: Ein Schwerpunkt, den wir an der Uni haben, ist die zeitgenössische Musik. Durch einen Zufall hat die KUG die absoluten Top-Komponisten, die es im deutschsprachigen Raum momentan gibt, als Lehrende: Beat Furrer, Gerd Kühr, Bernhard Lang, Klaus Lang, Georg Friedrich Haas, Clemens Gadenstätter, Richard Dünser. Das wird nicht auf ewig zu halten sein, aber wir haben 15 Jahre die Chance im Topsegment in Europa zu arbeiten. Also haben wir gesagt, wir müssen diesen Schwerpunkt, der personell da ist, auch inhaltlich stärken und haben uns folgenden Gedanken gemacht: Wir haben auf der Produktionsseite die beste Faculty, die es gibt, wie können wir auf der Reproduktionsseite da ein Pendant dazu schaffen? So entstand die Idee, das Klangforum Wien als Ensemble, 20 Leute, solle eine Professur bekommen. Jeder hat gesagt, das geht ja nicht. Ja es geht nicht, aber wir haben es möglich gemacht, und zwar auch wiederum in einem internationalen Gutachterverfahren. Die Gutachter waren so begeistert von dieser innovativen Idee, dass es schließlich geklappt hat. Das Klangforum Wien wird im Oktober 2009 eine Vorziehprofessur, die aus Extramitteln finanziert ist, zum Thema „Performance Practicing in New Music“ antreten. Wir wollen hier auch ein eigenes Maststudium für diesen Bereich aufbauen.

Das Klangforum soll ein eigenes Ensemble aus Studierenden bilden, das im Prinzip das Klangforum abbildet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden ab dem Studienjahr 2009/10 in der neuen Aboschiene abo@MUMUTH zu hören sein. Diese neue Professur hängt nicht ursächlich mit dem MUMUTH zusammen, fällt aber zeitlich koinzident dazu und unterstützt unseren Wunsch, das MUMUTH als Plattform für innovative, zeitgemäße Kunst zu etablieren.

Ab 1. Oktober 2009 wird außerdem ein Doktor artium Studium in Betrieb gehen, mit dem Ziel, den talentierten künstlerischen Nachwuchs in die Fähigkeit zu versetzen, an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft zu reüssieren. Ein hochqualitativen, relativ kleines Studium, das drei Jahre dauert und in dem dieses Wechselspiel zwischen eigenem künstlerischen Tun und wissenschaftlicher Reflexion im Vordergrund stehen soll. Ab 2011 wird auch dieses Studium eine eigene Programmschiene im MUMUTH bekommen.

Auslastungsprobleme scheint das MUMUTH also zukünftig nicht zu haben?

Das alles hier in 52 Wochen hineinzubringen ist keine triviale Aufgabe und es geht in dem Sinn nicht darum, alle Fachbereiche zufrieden zu stellen sondern darum, die Unzufriedenheit gleichmäßig zu verteilen.

Das MUMUTH ist kein zweites Opernhaus! Natürlich wird der Musiktheaterbereich dort ziemlich viel Zeit beanspruchen, und unser Musiktheater hat auch ein universitäres Alleinstellungsmerkmal im deutschsprachigen Raum.

Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass auch die Fassade des MUMUTH bespielbar ist. Vor die Glasfassade wird ein Mesh, ein Netz gespannt, in dem eine LED-Lichterkette sitzt, die in allen Farben, also RGB in 1000 Kanälen steuerbar, das Gebäude in Licht tauchen kann. Diese Außenhaut soll mit dem gerade stattfindenden Programm in irgendeiner Form korrespondieren und der Universität als Kommunikationsmittel dienen, aber auch wiederum Gegenstand der Ausbildung sein.

Natürlich fragen sich nun so einige Kulturveranstalter, ob das MUMUTH auch von Außenstehenden genützt werden kann. Wie sieht ihre Politik bezüglich Vermietung und Kooperationen aus? Es ist klar, dass das MUMUTH ein Unterrichtsgebäude ist. Unsere Universität hat sich in einem globalen Ziel zur praxisevaluierten Ausbildung verpflichtet, d.h. jeder, der bei uns fertig studiert hat, soll auch vor echtem Publikum während seines Studiums in einem ganz normal verkauften Konzert gespielt haben und möglichst nicht einmal sondern mehrmals. Deshalb ist dieser Sprung von der reinen Ausbildungsinstitution zu einem Kulturveranstalter ein ganz wesentlicher Aspekt der Arbeit der Kunstuniversität. Das MUMUTH ist ein Ausbildungsgebäude aber es soll eine Plattform für den künstlerischen Diskurs werden. Deshalb auch unser Wunsch, mit Veranstaltern aus dem Topsegment zusammenzuarbeiten. Es ist eine Kulturveranstaltungsplattform, die nicht ein Veranstaltungszentrum ist, das man einfach zumietet. Wir bestimmen das Programm unserer Universität, wenn jemand anderer dazukommt, dann muss das, was er in der Kunst will, zu dem passen, was wir wollen.

Wie sehen Sie die Chancen, die Grazer für das doch recht anspruchsvolle zeitgenössische Programm des MUMUTH zu begeistern?

Ich glaube, dass die Nachfrage für das MUMUTH und für das, was dort stattfindet, gerade in einer jüngeren Altersgruppe sehr groß sein wird, und es ist dann unsere Aufgabe, dieses erste Interesse im Sinne von „gemma MUMUTH schaun“ soweit in eine nachhaltiges Bekenntnis zu dem, was dort künstlerisch passiert, umzuwandeln, sodass wir dort wirklich ein neues Publikum etablieren können.

www1.kug.ac.at

abo@MUMUTH

Das abo@MUMUTH soll mit sechs Veranstaltungen pro Jahr eine experimentelle Plattform für zeitgemäße und innovative Kunstformen darstellen. Es wird den Sparten Neue Musik und Elektronische Musik, zeitgenössische Formen des Jazz, Neue Chormusik, Symphonisches Blasorchester und Brassband, innovativen Formen des Musiktheaters sowie Neue Kammermusik gewidmet sein. Das seit 1985 bestehende Hauptabo der KUG wird sich weiterhin aus den Sparten Orchester, Kammermusik, Lied, Chor, Oper, Jazz und Schauspiel zusammensetzen. Das Hauptabo startet wie gewohnt im Oktober 2008, das abo@MUMUTH Mitte März 2009.

Link zum Artikel

(C)Korso

Falter, Steiermark Nr. 33/08

Weekend Steiermark, Nr. 14, Juli 2008

Der Standard, online, 2.3.2008

Forschungsprojekt von Grazer TU und Kunstuniversität standardisierte Käse-Prüfung mit Hammer, Mikrofon und einem Taschen-PC

Graz - Wenn Käsemeister den Reifegrad ihres Produktes prüfen, dann klopfen sie es ab und verlassen sich auf ihr Gehör. Was der Käse-Fachmann aus langjähriger Erfahrung weiß, stellen Wissenschafter von TU Graz und Grazer Kunstuniversität (KUG) nun auf eine objektive Basis.

In einem gemeinsamen Projekt haben Akustikexperten und Lebensmittelchemiker der Grazer TU und der Kunstuniversität eine Methode entwickelt, mit der sie die Qualität des Käses mit einer speziellen Software schnell und einfach am Pocket-PC prüfen können.

Käseklopfen

Will der Käsemeister den Reifezustand eines Käses kontrollieren, beurteilt er diesen traditionellerweise durch Klopfen auf den Käselaib. Die Herausforderung dabei: Jeder Käse hat seine eigene "Stimmung". Ein Parmesan klingt anders als ein Emmentaler - und auch Käsemeister können sich einmal verhören. Die bisher subjektive Hörempfindung bekommt nun Software-Assistenz.

Die Grazer Wissenschafter arbeiten mit lebensmittelchemischen und schallsignalabhängige Parametern. Dazu wurden die Käsesorten bestimmten Reifegrades zuerst chemisch untersucht und dann abgeklopft. Dann stellte man Korrelationen zwischen den akustischen Werten und den lebensmittelchemischen Ergebnissen her, wie Michael Murkovic vom Institut für Lebensmittelchemie und -technologie der TU Graz erläutert.

Hammer, Mikrofon und Taschen-PC

Die Erfindung der Forscher besteht aus einem standardisierten Hammer und einem Mikrofon. Eine Software, die auf einem handlichen Pocket-PC Platz findet, errechnet die psychoakustischen Parameter, die mit den Produkteigenschaften korreliert werden und so eine Klassifikation der Lebensmittel ermöglichen.

"Mit der neuen Methode erkennen wir schnell und einfach, wenn ein Käse nicht wie gewünscht heranreift. Wir bieten dem Käsemeister so ein "Werkzeug", das ihm erlaubt, rasch und ohne in das Lebensmittel zu zerstören in den Gärungsprozess einzugreifen. Gleichzeitig hilft unsere Erfindung zu verhindern, dass mangelhafte Ware ausgeliefert wird", erläutert Robert Höldrich vom Institut für Elektronische Musik und Akustik, der auch KUG-Vizerektor für Kunst und Wissenschaft ist.

Die bereits zum Patent angemeldete Erfindung erlaube nicht nur für Käse eine kostengünstige akustische Qualitätskontrolle. Mit dem selben Prinzip könnten beispielsweise auch Äpfel oder Melonen auf ihren Reifegrad hin geprüft werden, meint Murkovic. Ihre Idee haben die Grazer Forscher bereits zum Patent angemeldet. (APA/red)

Link zum Artikel:Käse-Lauschangriff: Qualität hörbar machen

© derStandard.at 2008

Gemeindezeitung Ilz, Ostern 2008

Falter, Steiermark. Nr. 43a/07

Kleine Zeitung, 23.2.2007

Kleine Zeitung, 4.3.2007

Die Dramatik des Leisen

von naredirainer am: 04.03.2007, 22:22 Uhr

Beat Furrer, der aus der Schweiz stammende Gründer des Wiener Klangforums und Kompositionsprofessor der Grazer Kunstuniversität, zählt zu den wichtigsten Musikdramatikern unserer Zeit. Für die mittlerweile 400 Jahre alt gewordene Gattung Oper sucht er neue Wege, auch wenn er alte Themen aufgreift wie den Orpheus-Mythos.

In seinem "Begehren", das beim "steirischen herbst" 2001 konzertant aus der Taufe gehoben wurde und im Jänner 2003 in der Inszenierung von Reinhild Hoffmann zur Eröffnung der neuen Helmut-List-.Halle in Graz die szenische Premiere erlebte, erzählt er nicht die Sage vom antiken Sänger, sondern reflektiert den vielfach abgehandelten Stoff. Oft übereinander gelagerte Texte von Ovid, Vergil, Hermann Broch, Cesare Pavese und Günter Eich dienen ihm als Grundlage für zehn lose Szenen, die vor allem von der Beziehungslosigkeit und Einsamkeit der Protagonisten handeln, die bei ihm nur noch Sie und Er heißen.

Furrer schildert zunächst mit dichtem Instrumentalgewebe die Unterwelt, bis es Orpheus gelingt, deren Mechanismus zu stoppen. Dann trägt er gleichsam Schicht um Schicht ab, wird er in der orchestralen Ausgestaltung immer sparsamer, erhalten einige Klanggesten immer größere strukturelle Bedeutung. Begnügt sich Furrer beim dynamischen Kulminationspunkt in der ersten Szene mit einem dreifachen Forte, so verlangt er an dem von ihm über weite Strecken bevorzugten anderen Ende der Skala stärkere Extreme bis zum vierfachen Piano, um effektvoll die Dramatik des Leisen unter Beweis zu stellen.

Während der ersten szenischen Aufführungsserie entstand im Jänner 2003 in der Helmut-List-Halle die von Beat Furrer selbst dirigierte erste Aufnahme seines "Begehrens". Petra Hoffmann erklimmt sicher die Spitzentöne der Eurydike, der Bariton Johann Leutgeb meistert seine Sprechrolle mit enormer rhythmischer Präzision und hoher Textverständlichkeit. Die enormen Anforderungen des zwischen Gesang und gehauchten Vokalisen pendelnden Chores meistert Colin Masons zwölfköpfiges Vokalensemble Nova bravourös. Mit phänomenaler Durchsichtigkeit realisiert das ensemble recherche die fein verästelte Partitur.

Beat Furrer: "Begehren". Petra Hoffmann (Sopran), Johann Leutgeb (Sprecher), Vokalensemble Nova (Leitung: Colin Mason), ensemble recherche, Dirigent: Beat Furrer. Kairos, 2 CDs.

Ernst Naredi-Rainer

beat begehren colin ensemble furrer hoffmann johann kairos leutgeb mason nova petra recherche vokalensemble

(C) Kleine Zeitung

Der Standard, 22.11.2006

Klingende Lektionen über die Chaostheorie
Wien Modern: Neues und Bekanntes von Bernhard Lang
Wien - "Komm ins Offene, Freund" ist vielleicht einer der gefährlichsten Verführungsversuche der deutschen Lyrik. Nicht umsonst landete Friedrich Hölderlin, der ihn hinschrieb, im Narrenturm.


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Jeder Bezirk hat seine Stadtgeschichten
bezahlte Einschaltung
So ist es nicht verwunderlich, dass jeder in dem zu verharren sucht, wo er einmal heimisch geworden ist.

Dieses Verhaltensmuster lässt sich an der Neuen Musik insgesamt feststellen und freilich auch an einzelnen Komponisten, die sich in dem, was sie Stil nennen, einigeln.

So wusste man auch am Montag im Neuen Saal des Konzerthauses, wo fünf Kompositionen des I hate Mozart-Komponisten Bernhard Lang zu hören waren, vor allem zu Beginn nicht ganz genau, ob das, was man an ihm schon seit Längerem als komplexen Personalstil bewundert, sich allmählich nicht doch zur Masche perpetuiert.

Zu diesem Verdacht verleitet möglicherweise schon der Gleichklang der Titel. Sie beginnen jeweils mit den Buchstaben "DW", die in der Reihenfolge ihrer Entstehung nummeriert sind.

Fraktale Strukturen

Die zwei Lettern stehen für die Wörter "Differenz/Wiederholung", womit auch schon das strukturelle Grundprinzip von Bernhards Langs Schaffen definiert ist. Vergröbert gesagt, ist Langs Musik eine Art von zum Klingen gebrachter Fraktaltheorie.

Jetzt fragt sich nur, wie weit man es mit der Selbstähnlichkeit, die ja eines der Ordnungsprinzipien der Chaostheorie darstellt, nun treibt. In den eingangs gespielten beiden Beispielen, DW10a und DW6a, das eine für E-Zither und Loop-Generator, das andere für E-Viola/E-Violine und Loop-Generator, schien dieser Schematismus der selbstähnlichen Diminution und Iteration mitunter doch etwas allzu einfach durchschaubar.

Zu welch spannenden, sich weit verzweigenden Strukturen Lang jedoch findet, wenn er, Hölderlins Aufforderung gehorchend, "ins Offene" geht, wurde nicht nur in seinem DW15 "Song and Preludes" für Zither und Mezzosopran spürbar, sondern noch deutlicher im uraufgeführten DW6c für E-Gitarre, E-Bass, Drum-Set und Loop-Generator und vor allem in DW10b für Koto, Stimme und Loop-Generator. Vor allem im letzten Werk verschmolzen Struktur und Exotik zu globalisierter Gegenwärtigkeit im besten Sinn.

Mit dem Geiger Dimitrios Polisoidis, dem Gitarristen Bernhard Schöberl, dem Schlagzeuger Herbert Pirker und den Sängerinnen Makiko Goto und Sabine Lutzenberger sowie den übrigen Mitwirkenden war für eine Wiedergabe von angemessener Präzision gesorgt. Sie fand berechtigt viel Beifall. (Peter Vujica/ DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2006)

© derStandard.at 2006

Kleine Zeitung, 20.09.2006

Kleine Zeitung, 21.4.2006

OÖ Nachrichten, 7.11.2006

Verlängerter Arm der Kreativität

Fremde Klänge haben mich bereits sehr früh fasziniert", sagt Klaus Hollinetz. So erinnert er sich an Telegraphendrähte aus seiner Kindheit, die seltsame, spannende Geräusche verursachten. Als "singende Drähte" bezeichnet der Musiker diese Erfahrung. "Bis heute ist es mir geblieben, dass ich gerne Sounds aus der Natur heraushole."

Neben dieser Vorliebe erleichterten dem Trauner auch noch andere Voraussetzungen seinen Weg. "Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie, die mich von klein auf unterstützt hat." Außerdem war sein Vater Elektroingenieur. Die selbstverständliche Herangehensweise an die Technik machte sich Hollinetz früh zu eigen. "Bereits im Alter von 15 habe ich meinen ersten Synthesizer gebaut."

Lautsprecher-Ensemble

Hollinetz bezeichnet seine Musik als "elektroakustisch". Sie entsteht autonom im elektronischen Medium und erklingt zumeist aus einem "Lautsprecher-Ensemble". Die Inspiration für seine Stücke holt sich der 46-Jährige aus Klängen der Natur, von Menschen, die Instrumente spielen, und aus literarisch-philosophischen Quellen.

"Mir ist es wichtig, dass meine Musik eine Oberfläche hat, die man versteht, aber die dennoch nicht banal ist", sagt Hollinetz: "Meine Stücke verändern sich bei mehrmaligem Hören - für elektronische Musik ist das durchaus ungewöhnlich."

Die Technik, mit der er tagtäglich zu tun hat, sieht er als verlängerten Arm des Ausdrucks der Kreativität. Vergleichbar mit dem Klavier für einen Pianisten. Denn auch wenn seine Musik auf kompliziertesten mathematischen und elektrotechnischen Grundlagen basiere, was rauskomme, sei Kunst. "Oft sagen Menschen vor einem Konzert, dass sie die Musik sowieso nicht verstehen würden. Raus gehen sie dann mit Tränen in den Augen."

Einflüsse aus Afrika

Zu einer der wichtigsten Einflussquellen für Hollinetz ist Afrika geworden. "Reisen war mir schon immer wichtig, weil es die Wahrnehmung der Welt ausweitet", sagt er. In Afrika sucht er nicht Klischeehaftes und die klassischen Rhythmen, sondern versucht, Stimmungen aufzufangen. "Wenn eine Kokosnuss auf einen Stein fällt, ist das für mich auch Teil der gesamten Musik." Denn: "Auch in der wildesten Transformation steckt immer noch die wunderbare Natur der Klänge selbst."

Auch das Vermitteln und Weitergeben ist für Hollinetz ein großes Thema. So unterrichtet er am Institut für Elektronische Musik und Akustik in Graz. In seiner Arbeit neigt er zum Perfektionismus. "Mit schnellen Ergebnissen bin ich nicht zufrieden. Dafür funktionieren meine Konzerte ohne Computerabstürze." Den Landeskulturpreis sieht er auch als Anerkennung für seine Art der Musik.

vom 07.01.2006 © Wimmer Medien / OÖNachrichten

Link

Sound & Media, No 9, November 2005

Falter, 40/2005

Kleine Zeitung, 17. Oktober 2005

Ganz Graz war Schau- und Hörplatz für neue "Oper"

von ERNST SCHERZER

Der Komponist Peter Ablinger und seine Interpreten wurden vom "herbst"-Publikum lautstark gefeiert.

Das Publikum jubelte wie nach der gelungenen Premiere einer traditionellen Oper. Es war sich seiner Rolle bewusst, die ihm Peter Ablinger im 7. Akt - eben "Das Publikum" untertitelt - seiner "Stadtoper Graz" zugedacht hatte. Gegenüber dem am Abend zuvor ebenfalls in der Helmut-List-Halle uraufgeführten 2. Akt, "Das Orchester", war nicht nur die Zustimmung der Zuhörer gewachsen, kaum minder auch die Spannung im musikalischen Ablauf.

Genugtuung.

Dazu kam gewiss die Genugtuung, wenigstens zwei Teile des Auftragswerks für den "steirischen herbst" beklatschen zu können. Die übrigen Akte von "Opera/Werke" an verschiedenen Plätzen der Stadt durfte ja nur jeder Interessent für sich allein konsumieren. Nun kam es zum Gemeinschaftserlebnis.

"Übermalen". Einmal mit dem von Sian Edwards dirigierten "recreation"-Orchester, das aufgefordert war, die vom Komponisten aufgenommenen (und im Konzert wiedergegebenen) Alltagsgeräusche und Klänge der Stadt gleichsam zu "übermalen". Zuweilen blieb das Spiel der Instrumente unhörbar: Wenn minutenlang ein weißes Rauschen einsetzte, für Peter Ablinger die Summe aller Klänge.

Reiche Möglichkeiten.

Das Ensemble Zeitfluss Graz (Dirigenten Nassir Heidarian und Edo Micic) sowie zwei Selbstspielklaviere waren das Instrumentarium und die Begleitinstrumente für die Filme und Bilder von Edgar Honetschläger, die trotz ihrer konkreten Vorgaben der Fantasie der Zuschauer reiche Möglichkeiten boten.

Der Standard, 17. Oktober 2005

Ästhetischer Weltspiegel

von Peter Vujica

Das zentrale Projekt des herbstes, Ablingers "Stadtoper Graz", wurde dank seiner bestechend niveauhohen Realisierung zu einem eindrucksvollen Erfolg.

Graz - Eine Stadt als Opernheld. Das klingt befremdlich, aber auch sympathisch. In Zeiten, da Kunstprojekte, die was auf sich halten, mindestens ein paar Kontinente oder gleich die ganze Welt zum Thema machen, ist ein in sieben Teile aufgefächertes Projekt wie Peter Ablingers Stadtoper Graz, das nichts anderes als die steirische Landeshauptstadt fokussiert, geradezu bescheiden zu nennen.

Ablinger, der 46-jährige, in Berlin lebende Oberösterreicher, der bei Gösta Neuwirth und Roman Haubenstock-Ramati auch in die Disziplin des Kunstdenkens eingeführt wurde, schafft es mit seiner Stadtoper letztlich überzeugend, Graz und vor allem den akustischen Output der Stadt, zu einem ästhetisch reizvollen Hohl- und in gewissem Sinn freilich auch Rückspiegel des avancierten ästhetischen Weltwissens zu weiten.

Und dies gelingt ihm, obwohl er mit seiner Stadtoper alles eher wollte, als ein Werk schaffen, das dem traditionellen Theaterritual auch nur im Geringsten Genüge leistet. Denn nicht das Produkt ist sein Ziel, sondern, wenn man möchte, das Hirn und auch die Psyche des Publikums. Der Konsument soll sich selbst erleben und nicht das Werk. Was Ablinger vorführt, ist demgemäß kein Musiktheater, sondern dessen Anatomie. Seine einzelnen Organe werden zeitlich und räumlich getrennt präsentiert.

Eines dieser sieben opernanatomischen Präparate nennt sich etwa Das Libretto. Der Text von Yoko Kawada bleibt unaufgeführt und unvertont. Er existiert nur als Buch. Wer es liest, kann sich die Oper dazudenken. Ein anderes Segment nennt sich Die Bestuhlung und bestand darin, dass seit Monatsbeginn an den verschiedensten Orten von Graz sporadisch 36 Sessel aufgestellt wurden, auf denen die verdutzten Passanten an die auch beim herkömmlichen Musiktheater unvermeidlichen Tätigkeiten des Sichsetzens, des Sitzens und des Sicherhebens erinnert und in diese eingeübt werden sollten.

Kopftheater, könnte man sagen. Aber nicht nur. Die klingende Essenz dieser Stadtoper ist nämlich der so genannte Gesang. Sein Sänger ist übrigens zugleich auch sein Komponist und trägt den Namen Graz: Die Alltags- , Allmorgens- und Allabendsgeräusche, wie sie mit Autolärm, Satzfetzen von Passanten, Vogelstimmen und Fahrradgeklingel hörbar sind, wurden schon seit dem Vorjahr aufgezeichnet. Diese "labyrinthischen Stundenbücher" konnte man ebenfalls seit Anfang Oktober im ESC-Labor von einem sauber mit Legenden auf Tischchen positionierten Walkman-Set abhören.

Live-Intervention

Am Freitag wurden diese akustischen Fotografien in der List-Halle gewissermaßen "handkoloriert", das heißt, unter dem Titel Das Orchester mit Ablingers orchestralen Live-Interventionen vermischt. Am Anfang und am Ende dieser Klangmixtur stand jeweils eine Phase des "Weißen Rauschens", in der sich eine Vielzahl akustischer Ereignisse zur Undifferenzierbarkeit addiert. Ein Nirwana, aus dem sich die, wohl elektronisch bearbeiteten, Gesänge der Stadt mit Ablingers flächigen Klängen zu immer neuen Gestalten konstituierten und zum Schluss wieder ins Nichts versinken.

Tags darauf kam auch Leben auf die über dem Podium der List-Halle postierten weißen Wände. Von Edgar Honetschläger sensibel gestaltete filmischen Städtebilder von Tokio, Brasília und Los Angeles ergaben die Lichtspielszenen, in die Ablinger mit zwei Pianolas und zwei Ensembles eine differenzierte, mitunter zu fast esoterischem Esprit neigende Begleitmusik integrierte. Das Publikum (so auch der Titel dieses Teil) reagierte wie am Vorabend animiert.

Erfreulich, dass die Überzeugungskraft des Projektes durch das Niveau der Ensembles (recreation unter der Leitung von Sian Edwards; Zeitfluss Graz unter Nassir Heidarjan und Edo Micic), aber auch die professionelle Organisation seitens des steirischen herbstes und der Grazer Oper bestens gefördert wurde.

DER STANDARD, 17.10.2005, Seite 18, Kultur

Kleine Zeitung, 8. Oktober 2005

Der Standard, 10. Oktober 2005

Aufwand und poetische Intensität

Uraufführungen beim musikprotokoll im Rahmen des steirischen herbstes

Von Ljubisa Tosic

Graz - Es scheint, als müsste man das Selbstverständliche nicht nur für Graz-Besucher, sondern womöglich auch für jene, die sich werbemäßig um die ehemalige Kulturhauptstadt kümmern, deutlich hervorheben: Die Helmut-List-Halle steht in Graz.

Da blättert man etwa in der Broschüre des Graz-Tourismus, blättert und blättert in der Bildergalerie der Sehenswürdigkeiten und erfährt auch etwas über das Murnockerl. Das ist jener von der Mur rundgeschliffene Stein, mit dem einst die Höfe und Plätze der Stadt gepflastert wurden und der sich heute noch im Hof des deutschen Ritterordens in der Sportgasse findet.

Es ist schön, darüber etwas zu erfahren. Aber man staunt dann doch nicht schlecht, dass man trotz intensiver Suche in der Graz-2005-Broschüre über die Helmut-List-Halle rein gar nichts erfährt.

Kein Gedränge

Diese Nichterwähnung wird kaum der Grund dafür gewesen sein, dass etwa beim Konzert des Radio-Symphonieorchesters Wien im Rahmen des musikprotokolls Gedränge nur auf der Bühne herrschte und die vielen leeren Zuschauerreihen umso deutlicher hervorstachen. Die Moderne ist grundsätzlich Publikumskummer gewohnt und hart im Nehmen. Doch die Erwähnung des zentralen musikprotokoll-Spielortes, der in Zukunft grundsätzlich ja jede Hilfe brauchen wird können, hätte nicht geschadet. Wie auch immer. Es entsteht jedenfalls bei so leeren Konzerten eine eigenartig flaue Stimmung, die so gar nichts Festliches hat. Da können auch Werke nichts ausrichten, dabei: Reperta für drei Stimmen und Orchester von Peter Androsch bietet zum Beispiel auch rein optisch ein bisschen was zum Schmunzeln.

Schädel abklopfen

In die Orchesterwogen mixen sich drei Stimmen, und zwischen Sprechen (Albert Hosp) und Singen (Anna Maria Pammer) ist da auch Platz für allerlei Lautproduktion - Dieter Bruckmayr wird gar angewiesen, seinen Körper als perkussives Instrument einzusetzen. Das reicht von Schädelabklopfen bis zum (von Verwandten aus der Tierwelt bekannten) Trommeln auf die Brust.

Stimmen auch beim etwas besser besuchten Konzert des Klangforums Wien: Dirigent Johannes Kalitzke lässt bei seinem Wanderers Fall den Textdichter Walter Raffeiner eigene Worte vermitteln - in einem durchaus packend nervösen Orchesterambiente.

Gerhard E. Winklers Sphaira setzt wieder auf einen Trialog des Vokalen, wobei neben Raffeiners Bariton auch Sopran (Angelika Luz) und Mezzo (Annette Elster) Schwerstarbeit verrichten mussten. Trotz allem blieb der Eindruck, das Stück sei ein wenig zu lang geraten, auch wenn songartige Momente einen witzigen traditionsgebunden Kontrast herstellen.

Hernach, beim Komponistengespräch, wollte Winkler über den Songaspekt nicht reden. Aber dieser Rückgriff auf eine alte Form passt ganz gut zu dem diesjährigen Thema des musikprotokolls "in stile antico e moderno". Natürlich nicht so gut wie Klaus Langs im Mausoleum uraufgeführte Missa beati pauperes spiritu. Da verschmolz Altes und nicht so Altes in Form von ehrwürdigen gregorianischen Kantilenen (Kantor: Pater Gerwig) und einer schwebenden, um sich herum kreisenden instrumentalen Fläche und bewirkten eine kontemplative Stunde, in der man die Möglichkeit bekam, sich wieder der Schönheit eines einzelnen Tones oder Klanges bewusst zu werden.

Zur Akustik des Mausoleums hätte auch Gerd Kührs Con Sordino gepasst. Ein Streicherquartett des Klangforums schaffte es aber auch in der List-Halle zu zeigen, dass mit dezenten Mitteln hohe Intensität der Poesie zu erzeugen ist. Kührs Revue instrumentale et électronique (Dirigent: Emilio Pomárico) war dazu ein üppiges Gegenteil, das sich diverser Stilfarben (bis hin zum Minimalismus) bediente, aber bei allem raumfüllenden Aufwand nur mit einzelnen Episoden überzeugte.

In Summe aber: viele neue Werke und wenig neue Stileinsichten.

Kleine Zeitung Uni, Juni 2005

Der Standard, 25./26. Mai 2005

Kleine Zeitung, 20. Februar 2004

Der Standard, 20. April 2005

Kronen Zeitung, 20. Februar 2004

The Sound of Data, Steiermark Innovation 2005, Leykam

gehÖ1t - Jänner 2005, Das Österreich 1 Magazin des ORF

hi!tech, Oktober 2004

Kleine Zeitung, 29.10.2004

Klangmaler mit dem Manual

Der junge Komponist und Musiker Georg Holzmann besitzt große harmonische Ausstrahlung. Die setzt er als Künstler um – unkonventionell.

Andere Spuren. eine Beziehung zur Musik war schon in frühen Kindheitsjahren intensiv, führte aber alsbald zur einer für ihn keineswegs schmerzhaften Trennung. Denn schon beim Versuch, sich dem Klavier einigermaßen anzunähern, wähnte sich der Eibiswalder Komponist und Musiker Georg Holzmann auf dem falschen Weg. Er hatte andere Klang- und Tonspuren im Sinn. Nerviges Üben. Scheinbar paradox mag es da klingen, dass er, "genervt durch stundenlanges Üben", befürchtete, zur reinen, reproduzierenden "Musikmaschine" zu werden und seine künstlerische Bleibe bei einem anderen "Instrument" fand, welches letztlich auch maschinellen Charakter hat: der von Puristen mit Grummeltönen bedachten Computermusik.

Musik und Mathematik. Geprägt auch durch seine vielseitigen Beschäftigungen mit der Mathematik wurde für Georg Holzmann das Manual zur Klaviatur und der Laptop zum Improvisations- Instrument. Wenngleich er über große harmonische Ausstrahlung verfügt, hat der Soundsucher mit der klassischen Harmonielehre rein gar nichts mehr im Sinn.

Eindrucksvolle Antworten. Freilich, so simpel, wie er das darstellt, ist sein Dasein in freien Klangwelten keineswegs. O-Ton Holzmann: "Man bastelt, programmiert, komponiert ewig an irgendwelchen Gedanken herum und erfüllt damit überhaupt keinenZweck. . ." Damit stellt er, keineswegs als Erster, die künstlerische Existenz in Frage, aber er liefert eindrucksvolle Antworten. Es sind ferne Klänge, die er herbeiholt, aber er verfügt über das rare, große Talent, ihnen rasch zu einer Vertrautheit zu verhelfen, fernab konventioneller Akkordarbeit. Er wird noch viel von sich hören lassen, ganz gewiss.

Morgenstern-Trio-Abend. Am 3. November wird "stateX5.5" von Georg Holzmann im Grazer Literaturhaus uraufgeführt, Sonja Harter liest neue Gedichte und Georg Petz seine neue Kurzgeschichte "Das schweinerne Leben". Beginn: 20 Uhr (Eintritt frei).

Zur Person

Georg Holzmann, geboren 1982. Studium Toningenieur/ Computermusik seit 2002 an der Kunstuni und TU Graz. Zahlreiche Computer-Kompositionen, Open Source Software- Entwicklungen. "stateX5.5" nennt sich seine jüngste Komposition, u. a. für Cello, Kontrabass, Saxophon und Live-Elektronik.

ROBERT HÖLDRICH EMPFIEHLT...

...Georg Holzmann, weil seine Ausbildung als Toningenieur, einer interdisziplinären Studienrichtung der Kunstuniversität Graz, sein Komponieren durch kreatives algorithmisches Denken geprägt hat. In der Verbindung von Komponist, Musiker, Mathematiker und Techniker repräsentiert er einen Künstlertypus, der in der Lage ist, Neues an der Schnittstelle zwischen Komposition und Klangexperiment zu schaffen. Sein sensibler Umgang mit Technologie erhebt diese nie zum Fetisch. (Robert Höldrich, Kunst-Uni Graz).

Kleine Zeitung:

Morgen-Sterne Allgemein

Georg Holzmann

Graz und Umgebung, 24. September 2003

Kleine Zeitung, 8. Juni 2004

Der Standard, 22. Juni 2004

Der Standard, 4. Mai 2004

Besprechung Kronen Zeitung, 8.10.2003

Konzertbesprechung Kleine Zeitung, 13.01.2002

Ankündigung Standard, 26.11.2002

Ankündigung Kleine Zeitung vom 26.11.2002

Pressetext IEM - November 2002

 Die Aufgaben des Instituts für Elektronische Musik und Akustik liegen auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung, der künstlerischen Produktion und der Lehre.

Primäres Ziel im Bereich der Lehre ist es, den StudentInnen die Möglichkeiten und Verfahrensweisen der Computermusik an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst nahe zu bringen. Im interuniversitären Studiengang Elektrotechnik-Toningenieur bildet das Institut zukünftige WissenschafterInnen in Akustik, Signalverarbeitung und Aufnahmetechnik aus. Hier stehen den StudentInnen umfangreiche Soft- und Hardwareressourcen in verschiedenen Studios und der institutseigenen Bibliothek zur Verfügung.

Das Institut befasst sich wissenschaftlich und künstlerisch mit der Erzeugung, Verarbeitung und Wiedergabe von Klängen in der Akustik und in der Musik, sowie deren Erforschung und Entwicklung.

Aktuelle wissenschaftliche Projekte des Instituts sind: Virtual Audio für Kopfhörer, In Car Kommunikation, E-Learning Projekt VCH-IAEM.

Kooperationen mit der Wirtschaft bestehen vor allem mit AVL und AKG.

Das IEM unterstützt den Open-Source Gedanken und ist aktiv an der Verbreitung und Weiterentwicklung des freien grafischen Computermusiksystems PD (Pure Data) beteiligt.

Zur Realisierung von Kompositionen Elektronischer Musik steht das sogenannte Produktionsstudio zur Verfügung. Neben mehreren Harddisc-Recording-Systemen und Computern zur Klangerzeugung und -bearbeitung, beinhaltet die Ausstattung des Studios Hard- und Software für die Videobearbeitung.

Für konzertante Aufführungen wurde der IEM CUBE eingerichtet. Ein zur Außenwelt schallgedämmter Konzertraum mit einer Fläche von 120 m² und 4,5 m Höhe, der mit einer 49 kanaligen Beschallungsanlage mit über 80 Lautsprechern ausgestattet ist. Der IEM CUBE stellt nicht nur einen multifunktionalen Aufführungs- und Aufnahmeraum dar, sondern ist ein Klangtheater, für dessen Beschallungsanlage wie für ein Musikinstrument komponiert werden kann.

Schwerpunkt der künstlerischen Produktionen des IEM 2002/03 sind Produktionen von Olga Neuwirth „Verfremdung/Entfremdung“, Uraufführung beim Luzerner Festival 2002, „Bählamms Fest“ am Luzerner Theater sowie eine geplante Aufführung in London im August 2003, Bernhard Lang „Differenzwiederholung DW 4a“, Donaueschingen 2002, Peter Ablinger „Quadraturen III“ und Winfried Ritsch „Orpheus“, Klangwege, Wien 2002.

Das Institut ist Herausgeberin der Publikationsreihe "Beiträge zur Elektronischen Musik". Derzeit liegen elf Bände vor.

Kleine Zeitung, 1.7.2003

Elektronikpreis

Wien, Klagenfurt. Seppo Gründler und Josef Klammer, seit 1985 im Duo weltweit im Dienste elektroakustischer Improvisations- und Medienmusik aktiv, erhalten den Elektronikpreis 2003, der vom Musikforum Viktring und dem Institut für Komposition und Elektroakustik der Musikuniversität Wien vergeben und von Infineon Technologies Villach AG gesponsert wird.

Kleinen Zeitung 29.4.2003

 Musikforum Viktring-Klagenfurt

Das Musikforum Viktring punktet mit Mut zu Neuem und lädt zu hochkarätigem Jazzgenuss, Meisterkursen und Uraufführungen.

Im Vorjahr gab es weit über vierzig Einsendungen aus 16 Ländern, aus der eine hochkarätige Jury unter Vorsitz des Cellisten Siegfried Palm den Sieger heraussiebte.

Heuer ist mit einem ähnlichen Ansturm zu rechnen: Der Gustav Mahler Kompositionspreis der Stadt Klagenfurt hat international eine Strahlkraft, die "mit der des Bachmann-Preises verglichen werden kann, nur eben internationaler", so Rudolf Scherzer, Obmann des Musikforums. Heuer ist der mit insgesamt 8700 Euro dotierte Preis für Klarinette Solo und Bigband ausgeschrieben (Einsendeschluss 2. Mai 2003). Der Sieger wird am 14. Juni ermittelt, am 24. Juli wird das Werk in der Hypo Arena das Licht der Welt erblicken. Als Solist wurde der Klarinettist Michael Riessler gewonnen.


Neues. Auch ansonsten punktet das Musikforum Viktring mit Mut zu Neuem. So wurde zum fünften Mal ein Elektronik-Preis vergeben. Das heimische Duo Josef Gründler und Josef Klammer darf sich über rund 1800 Euro und die Uraufführung am 11. Juli im Arkadenhof Viktring freuen.

Rund zwanzig Konzerte locken in den Süden Klagenfurts, darunter viele Abschlusskonzerte der Meisterkurse. Für diese wurden wieder klingende Namen gewonnen. Das Angebot im Fach Jazz liest sich wie das Who´s who der heimischen Szene - u. a. Wolfgang Puschnig (sax), Wolfgang Muthspiel (guit.) und Klaus Paier (Akkordeon). Und das klassische Segment wird u. a. durch Siegfried Palm (Cello), Lokalmatador Michael M. Kofler (Querflöte) und den Geiger Benjamin Schmid abgedeckt. Letzterer kommt schon vor dem offiziellen Start am 5. Juli mit einer Hommage an den legendären Jazzer Stephane Grappelli in die Hypo Arena in Klagenfurt. Ein vorprogrammierter Hochgenuss für alle Jazzfans.

jazzzeit, April 2003

Electronic Experiments Das 4.V:NM-Festival 2003 wandert durch Graz http://iem.at/services/presse/Electronic%20Experiments/bilder/VNM

Josef Klammer und Seppo Gründler „koordinieren“ dieses Festival für „Neue Improvisierte Elektronische Musik“, das 1999 gegründet wurde. Seit 2001 wird es im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Grund dafür war, dass sich die Besetzungen und Musik im Jahrestakt wenig veränderten. Die offene Konstruktion des Festivals, das vom „Verein zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik“ veranstaltet wird, gibt dem Experiment alle Freiheiten, jedes Vereinsmitglied kann (nicht muss) eine Besetzung stellen und sich je einen Gast einladen. Experimente gelingen oder mißlingen, je nach Konzept und anvisiertem Ziel, Grenzen werden nicht gesteckt, eine der wenigen konzertanten realen Utopien in unserer sonst „ausge-check-ten“ Zeit? Thomas Hein folgt den Versuchsanordnungen.

Eines der Ziele des Festivals ist es, „die Kommunikation der Künstler, die sich in diesem Bereich der ,neuen improvisierten elektronischen Musik‘ bewegen, zu verbessern und den österreichischen Musikern eine Plattform anzubieten“, beleuchtet Josef Klammer weitere Hintergründe. „Die Mitglieder sollen aktiviert werden, jeder kann spielen was er will, unter den Musikern werden dann per e-mail Konzepte erstellt und Kollegen eingeladen. Was bis zu einer ,Deadline‘ bei uns Koordinatoren einlangt ,wird auch ins Programm aufgenommen.“ Als Veranstaltungsorte stehen das sonst dem Jazz vorbehaltene Cafe „Stockwerk“, der IEM/Cube (Infeldgasse) und das ESC/labor (Jakominigasse) zur Verfügung: Das herumziehende Festival, muss sein Publikum, das aus der Zwischenwelt von ‘Neuer Klassik’, Elektronik, Multimedialen Projekten und Jazz kommt, erst suchen, stehen doch basisdemokratische Strukturen und kein Intendantenprinzip für die ‘Auswahl’ der Künstler. (Ö1 als Partner wird das Festival aufzeichnen, dazu wird es ein Internetsymposium geben.) Die Musiker kommen aus dem elektronischen Bereich, auch der Trompeter Franz Hautzinger, den viele Zuschauer/Zuhörer dem Jazz zurechnen, sieht der Schlagzeuger/Schlagwerker Josef Klammer eher in der Elektronik-Szene beheimatet, für Klammer ist „Jazz eine Spielart der neuen Musik“. Neben Hautzinger und Musikern des Gastlandes Russland sind unter dieser großen Zahl von Künstlern „pars pro toto“ Armin Pokorn, Josef Novotny, Martin Zrost, Heimo Puschnig, Julean Simon, Andreas Weixler, Katharina Klement, Oskar Aichinger, Peter Herbert, Reinhard Micko und auch die beiden Organisatoren zu nennen.

Eine Sichtweise der elektronischen Welt Josef Klammer hat bei aller Offenheit gegenüber dem Programm, in das er und Seppo Gründler als „Koordinatoren“ nicht wertend eingreifen, zu einer eigenen Philosophie gefunden: „Ich spiele wieder auf einem Naturinstrumentarium, das heißt für mich Holzkessel und Fell, Becken und Schlagzeugstöcke - keine digitalen Klangerzeuger. Die Konserven haben sich – für mich – als letztlich zu unflexibel erwiesen. Mich interessiert die den Geräten immanente Fehlerhaftigkeit, die ich mittlerweile gut kenne. Ein weiteres Thema ist für mich die Diskussion um das Instrument an sich, welchen Wert es jetzt über die Musik hinaus besitzt“. Ein Denkansatz, der sich in Musik und Performance-Umsetzung weiter zu entwickeln lohnt. Das Experiment möge beginnen.

Konzert Tipp

  1. V:NM-Festival 2003, Mittwoch, 28. Mai – Freitag 30.Mai, Graz Info: Tel: 0 316 / 81 95 00; e-Mail: klammer@mur.at, vnm.mur.at

Bildunterschrift: Für konzertante Aufführungen wurde der IEM CUBE eingerichtet. Ein zur Außenwelt schallgedämmter Konzertraum mit einer Fläche von 120 m2 und 4,5 m Höhe, der mit einer 49-kanaligen Beschallungsanlage mit über 80 Lautsprechern ausgestattet ist. Der IEM CUBE stellt nicht nur einen multifunktionalen Aufführungs- und Aufnahmeraum dar, sondern ist ein Klangtheater, für dessen Beschallungsanlage wie für ein Musikinstrument komponiert werden kann. iem.at

Impressum: Jazz Zeit, jazzzeit.at & wfr Neue Medien 1020 Wien, Große Sperlgasse 2, Fon: 01 532 8560, Fax: 532 8561 www.jazzzeit.at

Autor: Thomas Hein Entnommen der Ausgabe Jazz Zeit Nr. 37

jazzzeit, April 2003 (Printausgabe)